Erster Verbrenner-Deal im EU-Parlament?

20.10.2026

Nach dem deutsch-französischen Vorschlag der vergangenen Woche zeichnet sich im Europäischen Parlament nun mitten im E-Auto-Boom ein erster Deal zur weiteren Abschwächung der CO2-Flottengrenzwerten zwischen S&D, EPP und Renew ab.

Michael Bloss, Europaabgeordneter der Grünen/EFA und Verhandler für das Dossier, kommentiert:

„Die Autoindustrie braucht Klarheit und Planungssicherheit und bekommt Chaos. Dieser erste Deal fällt noch hinter das zurück, was Deutschland und Frankreich vereinbart haben. Damit wird er zum Klotz am Bein für den boomenden Hochlauf der E-Autos. Jede weitere Verzögerung wirft die europäischen Autobauer im Rennen um die Mobilität der Zukunft weiter zurück. Am Ende zahlen die Beschäftigten den Preis.

Verbrenner werden bis 2032 für klimaneutral erklärt, auch wenn Biosprit vom Acker im Tank ist. Für Millionen Autos gibt es weder genug Äcker noch genug Reststoffe. In der Realität fahren diese Autos mit fossilem Sprit.

Auch nach 2035 darf ein Achtel der Neuwagen weiter Verbrenner sein, ein großer Teil davon wird mit grünem Stahl verrechnet, der im Emissionshandel ohnehin schon zählt. Das ist Klimaschutz mit doppelter Buchführung.

Und Plug-In-Hybride dürfen weiter betrügen: Sie verbrauchen im Alltag dreimal so viel wie auf dem Papier, und dieser Deal schreibt den Betrug weiter ins Gesetz.

Das als Planungssicherheit zu verkaufen, ist dreist. Jedes Werk, das heute auf E-Autos umstellt, steht morgen auf wackeligem Fundament. Die Autos der Zukunft werden dann in China gebaut.“

Für Rückfragen und Interviews steht Michael Bloss gerne zur Verfügung.