Der E-Auto-Boom ist in Europa angekommen. Im September war in Deutschland mehr als jedes dritte neu zugelassene Auto rein elektrisch, so viele wie nie zuvor. In Frankreich waren es sogar über 40 Prozent. Neben den explodierenden Spritkosten für Verbrenner sind die europäischen CO2-Flottengrenzwerte ein wichtiger Treiber dieses Trends. Sie geben der Industrie seit 2023 einen klaren Kurs in Richtung E-Mobilität und sorgen für Investitionssicherheit.
Genau diesen Kurs will Bundeskanzler Friedrich Merz jetzt aufweichen. Gerade hat er sich mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf eine gemeinsame Linie zum Auto-Paket der EU verständigt. Auf dem Papier bleibt es beim Vorschlag der EU-Kommission, den CO2-Ausstoß neuer Autos bis 2035 um 90% statt um 100% zu reduzieren. Doch der Deal streicht Bedingungen, die die Kommission im Gegenzug vorgesehen hatte, und öffnet neue Schlupflöcher, zum Beispiel für Plug-in-Hybride. Nach Berechnungen von T&E müssten 2035 dann in der Realität nur noch knapp drei von vier neuen Autos elektrisch sein.
Der Deal verschiebt die Mehrheiten unter den EU-Mitgliedstaaten: Frankreich hatte sich im Rat bislang gemeinsam mit anderen Ländern gegen weitere Lockerungen gestellt. Ausgerechnet jetzt, wo in ganz Europa die E-Mobilität boomt, setzt Merz zur Vollbremsung an. Das verunsichert alle, die gerade über ein E-Auto nachdenken, und gefährdet die Aufholjagd einer Industrie, die schon jetzt in der Krise steckt, weil sie zu spät auf E-Autos gesetzt hat.
Doch was steht genau im Deal von Merz und Macron? Hat er das Zeug dazu, den Hochlauf der E-Mobilität in Europa abzuwürgen? Und was bedeutet das für die Aufholjagd mit China, an das wir momentan Tag für Tag Jobs verlieren?
Wir ordnen den Deal direkt mit Fachleuten ein:
- Susanne Goetz, Autoexpertin bei Transport and Environment (T&E) Deutschland
- Dr. Meta Kessler, Director Commercial & Partnerships bei IONITY und Mitglied im Vorstand bei E-Mobility Europe
- weitere Panelist*innen tbc.
Moderation: Michael Bloss, klima- und industriepolitischer Sprecher der Grünen Europafraktion und Verhandlungsführer der Grünen für das Autopaket.
Nach den Inputs unseres Panels freuen wir uns über Fragen aus dem Publikum direkt im Webinar.