Der europäische Emissionshandel (ETS) ist das mächtigste Klimaschutzinstrument der EU. Er legt fest: Wer mit seinem CO₂-Ausstoß Schaden verursacht, zahlt dafür. Die Einnahmen – über 250 Milliarden Euro seit dem Start – finanzieren den klimagerechten Umbau der Industrie und sind damit entscheidend für unsere Klimaziele. Für diesen Mechanismus haben wir lange gekämpft.
Dieser Emissionshandel soll nun reformiert werden. Dafür legt die EU-Kommission am Freitag, den 17. Juli 2026 ihren Vorschlag vor. Es deutet sich an, dass sie darin an gleich mehreren Stellschrauben gleichzeitig drehen will, die zu einem Überangebot an CO₂-Zertifikaten auf dem Markt und einem sinkenden CO₂-Preis führen würden. Damit steht die Wirksamkeit des Emissionshandels auf der Kippe. Auch die Investitionssicherheit würde dadurch massiv beeinträchtigt: Unternehmen von der Stahlindustrie bis zu den Erneuerbaren haben Milliarden in klimaneutrale Produktion gesteckt und ihre Geschäftsmodelle auf einen verlässlichen CO₂-Preis gebaut. Wird er entwertet, werden die Vorreiter bestraft und die fossilen Nachzügler belohnt – Europa würde bei den Zukunftstechnologien weiter zurückfallen.
Doch was steht genau im Vorschlag der Kommission? Welche Auswirkungen hätte ein sinkender CO₂-Preis für Industrie, Beschäftigte und die Klimaziele und wie lässt sich der Emissionshandel stabil halten, ohne die Vorreiter zu bestrafen?
Wir ordnen ein und diskutieren den Kommissionsvorschlag kurz nach der Veröffentlichung unter anderem mit diesen Fachleuten:
- Prof. Ottmar Edenhofer, Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)
- Linda Kalcher, Expertin für europäische Klimapolitik bei Strategic Perspectives
- Stephan Rolles, Betriebsrat bei Saarstahl
Moderation: Michael Bloss, Industrie- und klimapolitischer Sprecher der Grünen Europafraktion und Verhandlungsführer der ETS-Reform.
Nach den Inputs unseres Panels freuen wir uns über Fragen aus dem Publikum direkt im Webinar.