Verbrenner-Aus-Aufweichung kostet womöglich eine halbe Millionen Arbeitsplätze

28.10.2026

Der International Council on Clean Transportation (ICCT) hat heute eine Studie zu den Beschäftigungseffekten der CO2-Flottengrenzwerte für Pkw veröffentlicht. Sie vergleicht erstmals Jobverluste in der Verbrennerproduktion mit neuen Arbeitsplätzen in E-Auto-Produktion, Batteriefertigung, Recycling und Ladeinfrastruktur.

Dazu kommentiert MdEP Michael Bloss, Verhandler der CO2-Flottengrenzwerte („Verbrenner-Aus“) für die Grünen im Europäischen Parlament :

„Das Aufweichen des Verbrenner-Aus kostet Europa vielleicht eine halbe Million Arbeitsplätze. Die Jobs der nächsten Jahrzehnte hängen an der Frage, wo E-Autos und ihre Batterien gebaut werden. Mit einem klaren Zieljahr 2035 und klaren Made-in-Europe-Regeln entstehen bis 2035 über 320.000 zusätzliche Arbeitsplätze, mit einem Aufschub gehen 185.000 verloren.

Die Verschiebung rettet nicht die einbrechenden Verbrenner-Absätze und Jobs, aber verspielt dafür die Jobs in E-Auto-Werken, Batteriefabriken und an der Ladesäule. Über diese Werke wird jetzt entschieden, und Investoren bauen sie dort, wo die Politik Kurs hält. Diese Planbarkeit muss die Politik liefern. Wer immer wieder auf den Snooze-Knopf drückt, hat irgendwann verschlafen.
 
Umso unverständlicher ist der Kurs der Sozialdemokraten und Konservativen: Angetreten, um Arbeitsplätze zu schützen, stimmen sie jetzt ausgerechnet für den Weg, der laut Studie die meisten davon kostet.  Zwischen Aufschieben und Hochfahren liegt eine halbe Million Arbeitsplätze.”

Die Studie sowie eine kurze Zusammenfassung ist hier verfügbar.